Fachinformatiker*in für Anwendungsentwicklung - Umschulung

Was machen Fachinformatiker*innen für Anwendungsentwicklung und wo werden sie tätig?

Informationstechnologie (IT) und Systemsoftware gehören in allen Wirtschaftsfeldern zu den grundlegenden organisatorischen Hilfsmitteln. Der Erfolg nahezu sämtlicher Arbeitsabläufe im Alltag sowie deren Weiterentwicklung hängen von der Effektivität, Flexibilität und Anwenderfreundlichkeit der IT eines Unternehmens ab.

An den Schnittstellen zwischen betrieblichen Abläufen und deren Abbildung und Steuerung durch EDV setzen Fachinformatiker*innen der Fachrichtung Anwendungsentwicklung – kurz FIAE – die praktischen Anforderungen in komplexe Softwaresysteme um. Sie konzipieren und realisieren kundenspezifische Anwendungen; sie testen, dokumentieren und modifizieren bestehende Software, und sie entwickeln anwendungsgerechte und ergonomische Bedienoberflächen. Kunden und Benutzern stehen sie für die fachliche Beratung, Betreuung und Schulung zur Verfügung.

Anwendungsentwickler*innen sind auf dem Arbeitsmarkt durch die Entstehung neuer Betätigungsfelder im Anwendungsumfeld besonders begehrt. Sie arbeiten zunehmend strategisch und konzeptionell, wodurch sich für sie interessante berufliche Entwicklungsmöglichkeiten ergeben.

Wie läuft die Umschulung für Fachinformatiker*innen für Anwendungsentwicklung in Vollzeit ab?

Vollzeit bedeutet, dass der Unterricht täglich von 8.00 Uhr bis 15.00 Uhr stattfindet. Die Laufzeit beträgt 24 Monate. Diese Umschulung bieten wir nicht in Teilzeit an.

1. Kaufmännische Grundausbildung (ca. 4 Monate)

Die Umschulung für Fachinformatiker*innen für Anwendungsentwicklung in Vollzeit dauert insgesamt 24 Monate. Ihre Umschulung startet mit der kaufmännischen Grundausbildung (ca. 4 Monate). In diesem Zeitraum werden Ihnen grundlegende kaufmännische Kenntnisse aus den folgenden Bereichen vermittelt:

  • Grundlagen der Kaufmännischen Steuerung und Kontrolle
  • Kaufmännisches Rechnen
  • Grundlagen der Büroorganisation
  • Grundlagen Marketing (Kundenmanagement)
  • Grundlagen der Beschaffung (Sach- und Dienstleistungsmanagement)
  • Personalwirtschaft
  • Textverarbeitung mit Word
  • Tabellenkalkulation mit Excel

2. Fachausbildung (ca. 7 Monate)

Anschließend gehen Sie in die sogenannte Fachausbildung. Diese Ausbildungsphase verbringen Sie ausschließlich in unserem Haus. Sie erlernen die theoretischen Grundlagen und bereiten sich auf den 1. Teil Ihrer Abschlussprüfung vor. Diese wird ca. 13 Monate nach Start der Umschulung absolviert und behandelt das Thema Einrichten eines IT-gestützten Arbeitsplatzes.
Die gesamte theoretische Ausbildung umfasst im Wesentlichen 12 Lernfelder:

  • Lernfeld 1: Das Unternehmen und die eigene Rolle im Betrieb beschreiben
  • Lernfeld 2: Arbeitsplätze nach Kundenwunsch ausstatten
  • Lernfeld 3: Clients in Netzwerke einbinden
  • Lernfeld 4: Schutzbedarfsanalyse im eigenen Arbeitsbereich durchführen
  • Lernfeld 5: Software zur Verwaltung von Daten anpassen
  • Lernfeld 6: Serviceanfragen bearbeiten
  • Lernfeld 7: Cyber-physische Systeme ergänzen
  • Lernfeld 8: Daten systemübergreifend bereitstellen
  • Lernfeld 9: Netzwerke und Dienste bereitstellen
  • Lernfeld 10: Serverdienste bereitstellen und Administrationsaufgaben automatisieren
  • Lernfeld 11: Betrieb und Sicherheit vernetzter Systeme gewährleisten
  • Lernfeld 12: Kundenspezifische Systemintegration durchführen

Was machen Fachinformatiker*innen für Systemintegration und wo werden sie tätig?

Fachinformatiker*innen für Systemintegration planen, installieren und konfigurieren komplexe Systeme der IT-Technik im eigenen Unternehmen oder bei Kunden. Dazu gehören auch vernetzte Systeme einschließlich aller Hard- und Softwarekomponenten. Besonders zu beachten sind hier die individuellen Anforderungen des jeweiligen Kunden. Je nach Ausprägung sind sie in der technischen Planung, bei der Installation der Systeme, im Service oder im Rechenzentrums- und Netzbetrieb tätig.
Zu ihren Aufgaben gehört auch, auftretende Störungen systematisch und unter Einsatz von Experten- und Diagnosesystemen einzugrenzen und zu beheben. Sie beraten interne und externe Anwender bei der Auswahl von Hard- und Software und lösen Anwendungs- und Systemprobleme. Daneben erstellen sie Systemdokumentationen und führen Schulungen für die Benutzer durch.
Fachinformatiker/innen der Fachrichtung Systemintegration finden Beschäftigung

  • in Unternehmen der IT-Branche
  • in IT-Abteilungen von Unternehmen nahezu aller Wirtschaftsbereiche
  • in der öffentlichen Verwaltung

Wie läuft die Umschulung für Fachinformatiker*innen für Systemintegration in Vollzeit ab?

Die Umschulung für Fachinformatiker*in für Anwendungsentwicklung in Vollzeit dauert insgesamt 24 Monate und wird über die VIONA® – Online-Akademie durchgeführt.

Die Ausbildungsinhalte richten sich nach der bundeseinheitlichen Ausbildungsverordnung und dem Rahmenlehrplan des Berufsbildes.

Ausbildungsinhalte

  • Lern- und Arbeitstechniken
  • Geschäftsprozesse und betriebliche Organisation (BWL)
  • Arbeitsorganisation und -techniken
  • Informations- und telekommunikationstechnische Produkte und Märkte
  • Einfache IT-Systeme
  • Entwickeln und Bereitstellen von Anwendungssystemen
  • Vernetzte IT-Systeme
  • Öffentliche Netze und Dienste
  • Betreuen von IT-Systemen
  • Fachliches Englisch
  • Markt- und Kundenbeziehungen
  • Qualitätsmanagement / Projektmanagement
  • Rechnungswesen und Controlling
  • Systementwicklung
  • Durchführung von Schulungen
  • Kundenspezifische Anwendungslösungen

Berufsspezifik Fachinformatiker*in Anwendungsentwicklung

  • Konzipierung und Realisierung kundenspezifischer Anwendungen
  • Testung, Dokumentation und Modifikation bestehender Software
  • Entwickelung anwendungsgerechter und ergonomischer Bedienoberflächen
  • fachliche Beratung, Betreuung und Schulung

Bewerbungstraining

Praktikum

Um praktische Erfahrungen zu sammeln, ist ein Praktikum wichtiger Bestandteil Ihrer Weiterbildung. Sie besuchen für 9 Monate ein Unternehmen und lernen dabei die Umsetzung in der Praxis kennen.

Prüfungsvorbereitung

Sie werden während Ihrer Umschulung intensiv auf die schriftliche und mündliche Abschlussprüfung vor der IHK vorbereitet. Sie werden neben den Dozenten unseres Kooperationspartners durch unseren Ausbilder persönlich betreut und bei der Vorbereitung unterstützt.

Die schriftliche Abschlussprüfung schreiben Sie zu zwei ganzheitlichen Aufgaben sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.

Für die praktische Prüfung im Prüfungsbereich Einsatzgebiet erstellen Sie eine betriebliche Projektarbeit und eine Präsentation zu einem ausgewählten Thema aus der praktischen Ausbildungsphase und stellen die Präsentation vor dem Prüfungsausschuss vor. Anschließend führen Sie ein Fachgespräch.

Die Umschulung endet mit der bestandenen mündlichen Prüfung vor der IHK.

Informationen zur betrieblichen Projektarbeit

Im ersten Teil des Prüfungsbereichs Planen und Umsetzen eines Projektes der Systemintegration führt der Prüfling eine betriebliche Projektarbeit durch und dokumentiert sie mit praxisbezogenen Unterlagen. Die Prüfungszeit beträgt für die betriebliche Projektarbeit und für die Dokumentation mit praxisbezogenen Unterlagen höchstens 40 Stunden.
Im zweiten Teil präsentiert der Prüfling seine betriebliche Projektarbeit vor dem Prüfungsausschuss. Die Prüfungszeit beträgt insgesamt höchstens 30 Minuten.
Die Präsentation soll höchstens 15 Minuten dauern. Beide Teile werden 50:50 gewichtet.

Informationen zur Prüfung vor der IHK

Die einzelnen Teile der gesamten Abschlussprüfung werden wie folgt gewichtet:

Prüfungsteil 1 – Gewichtung 50%
•    40% – Ganzheitliche Aufgabe 1: Fachqualifikation (90 Min.)
•    40% – Ganzheitliche Aufgabe 2: Kernqualifikationen (90 Min.)
•    20% – Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Min.)

Prüfungsteil 2 – Gewichtung 50%
•    50% – Betriebliche Projektarbeit (Durchführung und Dokumentation eines betrieblichen Auftrags
•    50% – Präsentation und Fachgespräch (30 Min.)

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